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Sonntag, 22. Februar 2009, 12:36 Uhr

Stoiber und der Joint

Die gefährlichste Situation im Wahlkampf 2002 war keine politische, sondern ein Disco-Besuch. Ein Mitarbeiter im Stoiber-Team hatte die Idee, den Kontakt des Kanzlerkandidaten zur jüngeren Generation medienwirksam zu verbessern: ein Besuch Stoibers und anderer CDU/CSU-Spitzenpolitiker in der Berliner In-Disco “90 Grad”. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, bestand die Hälfte der Besucher aus jungen Mitarbeitern der CDU/CSU, die andere Hälfte waren handverlesene Gäste des Disco-Betreibers.

Eingeschleust vom Starlet Ariane Sommer war aber auch Dr. Udo Brömme dabei, fiktiver Landestagsabgeordnter der Harald-Schmidt-Show. Sein Auftrag: Er sollte Stoiber vor laufenden Kameras einen Joint in die Hand drücken, den der Kanzlerkandidat in Unkenntnis, wie ein Joint aussieht, wahrscheinlich auch dankend angenommen hätte. Diese Bilder wären ein echter Wahlkampf-GAU gewesen. Zum Glück entdeckte ein Mitarbeiter Brömme vor Stoibers Eintreffen und ließ ihn aus der Disco werfen. Brömme wartete dann vor dem “90 Grad”, wo ich ihn unter Einsatz meiner 1,98 Meter abschirmte und ihm als Trost unsere “Drittstimmen” versprach. So konnte Stoibers Disco-Auftriit, ohnehin keine besonders gelungene Aktion, unfallfrei über die Bühne gehen und die gefährlichste Wahlkampfsituation entschärft werden.

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2 Kommentare

1) Jonas Klämert, Donnerstag, 19. März 2009, 17:12 Uhr

Toll haben Sie das gemacht, großer Herr Spreng! Im Grunde ist es nur Ihnen und ihren bewundernswerten Körpergröße von fast 2 Metern zu verdanken, dass die bayerische Welt 2002 nicht untergegangen ist! Hätten Sie sich damals nicht so für den Gottvater meines geliebten Landes (Ich bin Bayer) eingesetzt… Ich will diesen Gedanken gar nicht zu Ende führen!

Oder wollten Sie sich mit diesem niedergeschriebenen Stück Erinnerung gar nicht selbst glorifizieren? Dann sollten Sie beim nächsten Mal vielleicht darauf achten, dass dem Leser dieser Eindruck nicht gezwungenermaßen aus dem Zeilenzwischenraum entgegenspringt…

2) m.spreng, Donnerstag, 19. März 2009, 17:22 Uhr

Pardon, aber jetzt weiss ich wieder, warum ich Politiker immer vor Ironie und Selbstironie gewarnt habe.

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