Sonntag, 14. August 2016, 15:31 Uhr

Zukunftslust

Ein SPD-Ortsverein diskutierte, wie die Partei aus der Krise kommen könne. Am Ende schrieben alle Teilnehmer auf einen Zettel, wofür die SPD von morgen stehen solle. Die meisten schreiben das übliche, „Fortschritt“ oder „Soziale Gerechtigkeit“. Nur ein Zettel an der Pinnwand fiel auf. „Zukunftslust“ stand darauf“.

Zukunftslust – was für ein wunderbares Wort. Es schmeckt nach Abenteuer und Lebenslust, nach Spaß und Freude, nach Risikobereitschaft und Mut. Ein Wort, das die Phantasie beflügelt.

Aber was soll „Zukunftslust“ in einer Gesellschaft, die nur noch von Ängsten besetzt ist? Angst vor Terror, vor dem Islam, vor Ausländern, vor Altersarmut, vor Jobverlust, vor dem Klimawandel. Vor Krankheit und Tod? Eine Gesellschaft, in der Pessimisten den Ton angeben.

Fast alle Parteien interessiert nur noch das Bewahren. Einige wollen sogar etwas wiederherstellen, was nach den Nazis glücklicherweise verloren ging. Oder sie definieren sich, wie die SPD, über ihre ehrenwerte Vergangenheit als Kämpferin für soziale Gerechtigkeit.

Im Grunde sind alle Parteien konservativ – die CDU, die CSU, die SPD, die Grünen, die AfD ohnehin, Sie verwalten und bedienen die Ängste der Bürger. Oder beuten sie aus – wie die AfD. Von Zukunftslust keine Spur.

Nur die FDP hat ein paar gute Ansätze, wenn sie „German Mut“ plakatiert oder auf die Vorteile der Digitalisierung setzt. Am Ende aber fällt auch sie häufig auf das Weltbild pietistischer schwäbischer Familienunternehmer zurück. Und reiche Erben, die nur marginal besteuert werden, sind auch nicht der klassische Typ Zukunftslust.

Eine Partei der Zukunftslust hätten auch die Piraten sein können. Ein junger Aufbruch, unverbraucht und unkonventionell. Am Ende aber verloren sie im Kleinklein und Hickhack der Nerds und anderer Sonderlinge.

Das heißt, die Stelle für die Partei der Zukunftslust ist noch offen. Sie zu besetzen, ist überfällig.

Und Zukunftslust ist kein Privileg junger Start-Up-Unternehmer. Zukunftslust ist altersunabhängig. Noch was wissen zu wollen, noch etwas zu unternehmen, das Abenteuer, die Herausforderung zu suchen – das kann jeder. Bewusst leben und sich nicht zum Sklaven seiner Ängste zu machen.

Wenn es eine Partei gäbe, die diese Zukunftslust verkörpern würde – das wäre eine Marktlücke im deutschen Parteiensystem. Wer füllt sie? Ich befürchte, liebe SPD, ihr werdet es nicht sein. Aber immerhin einer von euch denkt in die richtige Richtung.

 

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121 Kommentare

1) erika, Freitag, 26. August 2016, 10:30 Uhr

@98)politikverdruss

Gut, dann haben Sie ja zumindest mein Beispiel richtig verstanden.

Nein, dass mit den 10 Geboten zur Stärkung der Demokratie habe ich nicht mitbekommen.

Ehrlich gesagt ich sehe da keinerlei Gefahr.

Liebe Grüße

Erika

2) karel, Freitag, 26. August 2016, 22:15 Uhr

Werter Paulus,
vorab: ich schätze die „Vereinfachung“, nach meiner Berufs-Erfahrung für das Verständnis zielführender…. ohne die Absicht zu „kränken“.

Zur „Missgeburt EURO“.
Die Väter des EURO hatten die USA als Vorbild.
51 Bundesstaaten, mit ebenso unterschiedlichen wirtschaftlichen Ausprägungen unter einer Währung. Bei drohender Pleite eines Bundesstaates, wie jüngst in Kalifornien, war der kalifornische Bundesstaat gezwungen, Leistungen zu kürzen, Einnahmen zu erhöhen…… da ohne Anspruch auf Hilfe aus Washington. Ich sehe darin den „Erfolgsschlüssel“ schlechthin.
Besonders für die EURO-Länder.

Beim EURO sollten dies der Stabilitätspakt und die No-Bailout-Klausel sicherstellen.
Nun, der „Reform-Kanzler“ „reformierte“ mit Hilfe „Gleichgesinnter“ den Stabilitätspakt zur Wirkungslosigkeit. Bis heute. Altkanzler Schmidt kritisierte mal die schnelle Ausweitung der EU, (Erweiterungskommissar Verheugen) als „totalen Schwachsinn“. Eine NATO-Mitgliedschaft für das Sicherheitsempfinden reiche. Eine Konsolidierung und Stärkung der Brüssel-Strukturen sah er als vordringlicher an.

Der schwindende Zwang zur Disziplin beflügelte mit der Finanzkrise die EURO-Schulden. In Griechenland schon vorher, ermöglicht durch den vom „Reformkanzler“ entscheidend befürworteten Beitritt. Ohne diesen Beitritt wären ja all die von Ihnen genannten Probleme unter der Flagge „Griechenland“ erst gar nicht entstanden und somit nicht Gegenstand von Diskussionen.

Was kaum bekannt sein dürfte: Vor der Aufnahme Italiens und Belgiens mit ihren Schuldenständen von über 100 % gab die Kohl-Regierung bei der Bundesbank Expertisen in Auftrag, die die fiskalischen Zukunftsfähigkeiten analysieren und bewerten sollten. Beide Expertisen waren positiv. Was auch die darauf folgende Schuldenentwicklung in den beiden Ländern anzeigte….. gingen sie doch bis zur Finanzkrise auf ca. 80 % zurück.
In 2000 dagegen wurde eine Bundesbank-Expertise zu Griechenland nicht eingeholt.

Bonitätsprüfung/Risikomanagement…..
Voraussetzung einer jeden Kreditgewährung. Ureigenstes Anliegen, nicht nur bei Banken.

Was Sie wohl meinen, ist das Unbehagen an der Gestaltungs-Macht von Groß-Banken, von Investment-Banken. Ja, da folge ich Ihnen.
Wie kann es z.B. sein, dass die Deutsche Bank etwa 50 Billionen, ja richtig, Billionen Euro
Derivate, etwa das 15-fache unseres BIP, in den Büchern haben soll…. Risikopapiere, betreut von Experten in Sachen Bonitätsprüfung und Risikomanagement…. . Diese Auswüchse betreffen auch andere Banken, andere Währungen, andere Länder…so auch Griechenland. Auch der Beitrag von Goldman Sachs zum Griechenland-Problem ist ein Teil davon.

Ein Blick zurück:
Ein Kollaps der US- und Welt-Wirtschaft infolge der Hypotheken-Krise wurde auch dadurch verhindert, daß die FED ca. 1.2 Billion Dollar (nach US-Lesart: Trillionen) den Krisenbanken als Liquiditätshilfe zur Verfügung stellte, nur die Lehman-Brothers waren bei der „Verteilung“ nicht „anwesend“. Selbst die Deutsche Bank erhielt aus diesem „Topf“ ca. 60 Mrd. Dollar. Da bleibt schon die Frage nach dem Warum.

Mit den Derivaten im Hintergrund versuche ich, Draghi mit seinen EZB-Billionen zu verstehen.
Auch die Kanzlerin.

Gruß
karel

3) Politikverdruss, Samstag, 27. August 2016, 10:54 Uhr

93) erika, Donnerstag, 25. August 2016, 09:29 Uhr,

nun, liebe Erika, jetzt hat man es Ihnen aber gegeben. Als ewige „taz-Leserin“ sind Sie entlarvt. Und die „objektive Berichterstattung“ der Medien haben Sie auch nicht erkannt.

Dabei hätte man das erkennen können! Professor Haller (Journalismus-Forschung Leipzig) hat mit der Hamburg Media Scholl (HMS) 34.000 Presseberichte über die Flüchtlingspolitik ausgewertet:

-82 Prozent der Berichte waren positiv,

-12 Prozent rein berichtend und

-6 Prozent haben die Flüchtlingspolitik problematisiert.

Bei den 12 Prozent waren wahrscheinlich noch Journalisten am Werke, die noch eine Altausbildung unter Hans-Joachim Friedrichs („…dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache…“)genossen haben. Das wächst langsam heraus.

Bei den 6 Prozent kann es sich nur um „Rechte“ Journalisten gehandelt haben. Ganz schrecklich! Aber die kriegen wir auch noch weg.

Und 82 Prozent, das sind die Journalisten, die wissen, wo es lang geht. Das schreiben sie dann für uns auf und helfen uns damit, dass wir uns „eine“ Meinung zu bilden können.

Journalistisch betreute Meinungsbildung nennt man das heute. So liebe Erika, jetzt hören Sie mal auf, hier gegen den Stachel zu löcken. Sonst kommen Sie in die rechte Ecke, da hilft es Ihnen dann auch nicht, dass Sie in der SPD sind.

Es wünscht Ihnen ein schönes sonniges Wochenende

Ihr

Politikverdruss

4) Paulus, Samstag, 27. August 2016, 11:16 Uhr

Wir stehen kalendarisch dem vor 04.11.16, dem 1. Jahrestag an dem Frau Merkel D im Handstreich verändert hat. Ihr aktuelles Treffen mit den Regierungschefs der Visegrad Staaten wird keine Änderung deren Haltung in der Flüchtlingsfrage bewirken. Wenn Merkel es für richtig hält eine Einladung an Flüchtlinge und Zuwanderern mit allen möglichen Motiven nach D ausspricht, bleibt das ihr „Bier“. Warum soll sich durch Merkels Grenzöffnung für die Staaten der Visegrad Gruppe eine veränderte Lage für deren praktizierte Einwanderungs- oder Abschottungspolitik ergeben? Frau Merkel ruft etwas in die Welt, ist überrascht welche Springflut sie da ausgelöst hat, bleibt aber stur bei Ihrer Haltung „Obergrenze gibt es nicht“. Wenn das kein unabgestimmter Alleingang ist? Der Imperativ von GFK und ihr Menschenrechtsverständnis verbieten ihr angeblich Vernunft anzunehmen. Dieser Wahnsinn wird gesteigert durch das von ihr und Teilen der Wirtschaft vorgetragene Argument von einer sich weiter öffnenden Facharbeiterlücke. Das BAMF stellt aber ernüchtert fest: Der weitaus Größte teil der Zuwanderer (ca. 80%) kann entweder gar nicht oder nur unter größten Mühen in der eigenen Landessprache lesen und schreiben.

Christoph Schwennicke schreibt in der Ausgabe 9/16 des „Cicero“:

„Nüchtern betrachtet ist der Kanzlerin am 04.09. einfach ein Kommunikationsfehler unterlaufen………………Man muss ja nicht unbedingt wissen, wie Kommunikation im Zeitalter digitaler Vernetzung funktioniert, nur weil man zufälligerweise eine der größten Industrienationen der Welt reagiert.“

Pech nur, dass der (Staat) der hilft, angeblich immer zuwenig tut und sich den Zorn anderer Staaten und Zuwanderungswilligen einhandelt. Denn welche Zahl von Zuwanderern er auch immer aufnimmt. Weitere Millionen dürfen nicht mehr „rein“, irgendwann ist Schluss. Das löst Wut aus. Über die, gar nichts oder so gut wie gar nichts tun wollen (z. B. VSA, F, GB, Visegard Gruppe) redet keiner. Im Focus steht der Staat mit „plötzlich“ rigoroser Begrenzung. Mit ihm und seinem von ihm selbst angerichtetem Schlamassel, hat niemand erbarmen.

In dieser verfahrenen Lage kann D – ein Industriestaat ohne geregeltes Zuwanderungsrecht !! – bei anderen europäischen Staaten bzw. deren Regierungschefs, allenfalls mit Schadenfreude rechnen. Haben diese doch mit Merkel und Schäuble noch einige Rechnungen offen. Dieser Dilettantismus deutscher Politik ist nicht zu fassen.

Gruß
Paulus

5) erika, Sonntag, 28. August 2016, 11:41 Uhr

@) Politikverdruss

Stellen Sie sich mal vor, am Wochende schreibt der Chefredakteur meiner Tageszeitung dem Main-Echo, Aschaffenburg:

„Doch nicht nur in der Politik sind Fehler passiert. Auch bei uns, in den Medien, gab es gravierende Fehleinschätzungen. Das Leitmotiv unseres Medienhauses bei der Berichterstattung über Flucht und Migration war und ist richtig: Menschlichkeit – was sonst? Wir haben die rosaroten Geschichten hoch gewichtet, weil wir sicher sind, dass mutmachende Beispiele tatsächlich ein wichtiger Teil der Realtiät sind. Aber: Wir sind unserem Anspruch, auch die dunklen Steiten des Themas darzustellen, nicht immer ebenso umfassend gerecht geworden.“

Man muss dazu wissen, meine Zeitung ist sehr merkelfreundlich. Meist gibt es nur nette Bilder (auch da hat sich am Wochende etwas geändert: Auf der Titelseite die „Raute“ darüber „Wir schaffen das“ und in der Raute war ein < !? < ).
————————
Vor kurzem habe ich noch dem stellvertretenden Chefredakteur, Herrn Reis auf seine Kolummne "Hingeschaut" eine e-mail geschrieben:

<<<mit Verlaub, aber weder Malu Dreyer (SPD) noch Sigmar Gabriel (SPD) sind der Grund dafür, dass viele Wähler eine politische Alternative suchen, sondern viel eher die von Ihnen nicht "gesehene" Angela Merkel!<<<…….

darauf bekam ich die Antwort:

<<<vielen Dank für ihr Mail und die darin enthaltene Kritik. Frau Dreyer und Herrn Gabriel habe ich als Beispiel genommen, zweifellos – da stimme ich Ihnen zu – lässt sich die Liste mit Beispielen aus allen Parteien nahezu beliebig verlängern.

Mit vielen Grüßen <<<
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Bedarf es da noch irgendwelcher Worte? als Negativbeispiel nimmt man immer gerne die Politiker von der SPD. Und Frau Merkel – als Hauptverantwortliche lässt man bei dem Negativen außen vor.

Übrigens ich bin nicht in der SPD.

Liebe Grüße

Erika

6) Paulus, Sonntag, 28. August 2016, 12:25 Uhr

@StefanP

Ihr Argument, erinnert an die Diskussion der „Bildungsbüger“ (oft stolze Lateiner) die in den 50ziger und 60 ziger Jahren, in denen sorgenvoll die frage aufgeworfen wurde, ob denn nicht übermäßiger (?) TV Konsum zur Volksverblödung führen müsse, da es von der Lektüre guter Bücher, guter Zeitungen, Theater- und Konzertbesuchen usw. abhalte.

Ich vertrete die These, dass das inzwischen erreichte Bildungs- und Informationsniveau einer breiten Bevölkerung deutlich über dem des in den 50ziger – bis 80 ziger Jahren erreichten liegt. Auf andern Gebieten wiederum mag es „Rückschritte“ gegeben haben.

Wie in anderen Zusammenhängen gilt, wer eine höheres Bildungsniveau erreicht hat, eher zu Differenzierung befähigt ist (erst Unterschiede erkennt, dann ein Urteil bildet), kann durch das I Net gewinnen. Wer a priori anfällig ist für plumpe Vereinfachung, Pöbelei und/oder persönliche „Anmache“ schon für „Kritik“ bzw. legitime Meinungsäußerung hält, kann in (s)einer schrägen Wahrnehmung der Welt Bestätigung finden.

Der Gewinn durch erweiteten Zugang zu hervorragenden, (auch wissenschaftlichen) Beiträgen/Vorträgen, wird die Spaltung der Gesellschaft in besser informierte (auch sog. „Opion Leader) und undifferenzierte Zeitgenossen vorantreiben, wie bei anderen Medien auch. Wichtigster Punkt: Das Angebot an hervorragenden Informations- und Bildungsangeboten ist so breit und tief geworden wie nie zuvor. Billige Meinungsmache, Falschinformation und Irreführung sind kein spezifisches I-Net Problem, sie finden dort aber eine breitere Plattform. Welche gesellschaftlichen, politischen Folgen diese besser und leichter zu erlangende Ausdifferenzierung haben wird, ist noch kaum abschätzbar und hängt von einer ganzen Reihe weiterer Entwicklungen ab, die für sich genommen das I-net nur am Rande berühren.

Das demokratisches Prinzip nach heutigem Verständnis „One man, one vote“ an Stelle z. B. des alten, preussischen 3 Klassen Wahlrechtsverfahren, trägt in sich die Problematik (aller demokratischen Entscheidungsfindung): Dass Informierte und Uninformierte zu ein und den selben Sachverhalten ihr Votum abgeben dürfen, was auch immer das Ergebnis dann sein wird. Partizipation, die Beteiligung an Entscheidungsprozessen ist der Kern der „demokratischen Idee“, die ohne Risiko zu nehmen nicht zu haben ist. Wer das anstrebt, sucht nicht nach Wählern sondern will Stimmvieh.

Gruß
Paulus

7) Paulus, Sonntag, 28. August 2016, 16:31 Uhr

@102 karel

Werter karel,

Auf den Verlust der Wertaufbewahrungsfunktion des € gehen sie leider nicht ein. Sie wiederholen stattdessen Ihr Argument „Schröder war`s“. Sie suchen nach den Schuldigen für das Sammelsurium der Mitgliedsstaaten/Volkswirtschaften die unter das Dach einer Währung, die auf keine Ökonomien die in € Land versammelt sind passt. Das ist „Streit“ um vergossene Milch, die nicht in die Kanne zurückkehrt. Wie geht man heute mit den Folgen einer Entscheidung um, die – nicht nur die Mittelschicht – sehenden Auges in den ökonomischen Abgrund führt.

Kein Kanzler der BRD – nicht einmal Konrad Adenauer – konnte seine Politik auf der Spielfläche eines weißen, leeren Tisches starten. Entwicklungen, die seine/ihre Vorgänger oder die eigenen der vergangenen L Periode, positive wie negative verbockt haben, bilden die Ausgangslage für jede neue Regierung. Politik entscheidet immer unter Unsicherheit und Irrtumswahrscheinlichkeit. Gleichwohl müssen die existenziellen und fundamentalen Grundsatzentscheidungen sitzen, wie schwierig sie auch zu treffen sind, wie viel Gunst des Augenblick auch dazu gehören mag.
„Bonitätsprüfung/Risikomanagement…..
Voraussetzung einer jeden Kreditgewährung. Ureigenstes Anliegen, nicht nur bei Banken.“
Glauben sie, das sei mir unbekannt? Ich vermisse diese Gründlichkeit bei Banken – wie ich geschrieben habe – die jahrelang Spargroschen nach GR getragen haben, ohne entsprechende Prüfungen vorzunehmen, sich nur verlassend auf Basel III Ratings bzw. eine EZB die den „Investoren“ schon eine Handreichung geben wird.

„Mit den Derivaten im Hintergrund versuche ich, Draghi mit seinen EZB-Billionen zu verstehen.“

Draghi und Merkel können unser mitfühlendes Verständnis oder gar Mitleid für ihr Schicksal, die Folgen für das was sie angerichtet haben, entbehren.

„vorab: ich schätze die „Vereinfachung“, nach meiner Berufs-Erfahrung für das Verständnis zielführender…. ohne die Absicht zu „kränken“

Was sie mir mit diesem Satz mir „zielführendes“ mitteilen wollen, verstehe ich nicht?

Gruß
Paulus

8) Jakobiner, Sonntag, 28. August 2016, 16:46 Uhr

Das BAMF rechnet für dieses Jahr mit weiteren 300 000 Flüchtlingen., Die CSU sagte einmal, dass jährlich 200 000 neue Flüchtlinge für sie die Obergrenze darstellten–diese Zahl wird nun überschritten. Aber zu einem klaren Flüchtlingsstopp und Ende der Aufnahme erklärt sich keiner bereit. Auch Gabriel fordert nun eine Obergrenze, wie schon zuvor Sarah Wagenknecht, Oskar Lafontaine, Rupert Neudeck und die CSU.chon ein Wahnsinn: Für die bisherigen 1,2 Millionen Flüchtlinge hat man noch nicht einmal Wohnungen und nimmt schopn die nächsten wieder auf. Und Merkel blebt bei ihrer Position. Wie gesagt;: Merkel muss weg! Ursula von der Leyen soll übernehmen.

9) karel, Sonntag, 28. August 2016, 22:28 Uhr

104) Werter Paulus,
Cicero war in der Vergangenheit ein eher konservativ ausgerichtetes Blatt mit einem Chefredakteur namens Wolfram Weimar. Nach der „Abdankung“ des „Reformkanzlers“ in 2005 heuerte Schröder postwendend beim Ringier-Verlag, dem Herausgebe des Cicero, mit einem Berater-Vertrag an.
Bald darauf war der liberalkonservative Weimar seinen Job los, sein Nachfolger war ein Michael Naumann aus der alten rot-grünen Regierung.
Daß nun ein Christoph Schwennicke im wesentlich nur kritische Merkel-Artikel favorisiert, spricht eine deutliche Sprache. Auch die von Ihnen zitierten Zeilen aus der Ausgabe 9/16 läßt von der Wortwahl her einen „zuverlässigen“ Autor vermuten. Die Wortwahl…..einfach „überzeugend“, nur nicht sachlich.

Sorry, den Cicero lese ich nun nicht mehr, für mich eher ein linkslastiges „Propagandablatt“ geworden.
Die Cicero-Artikel waren in der Vergangenheit deutlich besser, zeichneten sich eher durch Sachlichkeit aus.
Es war auch dieser Weimar, der den „Mut“ hatte, gegen diesen „Harmonie-Terror“ vor dem 5. 9.2015 anzuschreiben, auf den 103) Politikverdruss so trefflich hinweist.

Merkwürdig, heute scheinen viele der „Befürworter“ der Zuwanderung die „Seiten“ gewechselt zu haben, insbesondere in den „Leid-Medien“ mit dem „Slogan“…… Merkel muß weg.
Für mich ein Armutszeichen sondergleichen.

Ich habe mich mal mit der Behörde BAMF befaßt, in 2000 von der Regierung Schröder/Fischer „neu“ installiert mit einem SPD-Mann Schmid als Behördenchef und den dazu „passenden“ Mitarbeitern.
Die Führung des Amtes für Ausländer aus der Kohl-Zeit wurde dagegen „in die 2. Reihe eingegliedert“
wegen ihrer harten, eher ablehnenden Asyl-Haltung. Wer immer noch der Kanzlerin das „Flüchtlings-Versagen“ in die „Schuhe“ schieben möchte, dem lege ich ans Herz, sich mal eingehend mit den „Eigentümlichkeiten“ dieses Amtes beschäftigen. Google machs möglich.

Dazu gehört auch die Episode, daß eine BAMF-Regierungsdirektorin auf Veranlassung der Behörden-Spitze eine Amtsvorlage erarbeitete mit dem Inhalt, den Syrien-Flüchtlingen den Weg nach Deutschland auf weitgehenden Verzicht auf Formalismus zu erleichtern. Diese Vorlage fand offenbar nicht den Weg zur BAMF-Spitze, erst recht nicht in das Innenministerium, es fand den Weg um dem 20.8.2015 herum über „Pro-Asyl“ den Weg nach „draussen“, wie unter Wiki zu lesen ist. Diese Nachricht verbreitete sich schnell auf der Balkanroute. Prompt gingen viele „Identitätsdokumente“ verloren, es kamen nur noch „Syrer“.
Es war der ungarische Botschafter in Berlin, der vom Innenministerium eine Auskunft bat. Dem Innenministerium war bis dato nichts bekannt. Da sah sich das BAMF wohl genötigt, eine bestätigende Twitter-Nachricht abzusetzen.
https://twitter.com/bamf_dialog/status/636138495468285952
Nun kann sich ein Jeder aus diesem Puzzle von Ereignissen sich ein, sage ich mal, etwas realistischeres Bild machen.

103) Politikverdruß
Danke für Ihren Hinweis. Entsprechen diese Zeilen dem, was ich im Sommer 2015 als unerträglich naiv empfand. In diesem Zusammenhang mal eine direkte Frage:
Welche Reaktion haben Sie von der Kanzlerin erwartet?
Eine postwendende Schließung der Grenzen? Ein Signal „Die Grenzen werden dicht gemacht“?
Ich stelle mir nur die gigantische mediale „Entrüstung“ vor. War die Kanzlerin schon wegen Ihrer Antwort an diese Mädchen, daß nicht alle hierbleiben können, schon zur „Eiskanzlerin“ gekrönt.
Der „Aufmarsch“ der Medien in diesem „Willkommens-Taumel“ wäre gigantisch, genau DIE Aufforderung an SPD, Grüne, LINKE, die Kanzlerin per Mißtrauensvotums zu stürzen.
Und was dann?
Nach einer deutschen Grenz-Schließung wären viele „Idomeni´s“ auf der Balkanroute die Folge.
Und Deutschland wäre in der EU politisch tatsächlich total isoliert. Das Schengen-Abkommmen torpediert, die Schuld am Bruch der Dublin-Regel, schon längst, beginnend in Griechenland, außer Kraft gesetzt, hätte eine „geschichtliche“ Adresse…. Angela Merkel. Sie sich hat das Heft des Handelns nur nicht nehmen lassen, was medial wohl nicht verstanden, daher gern „umgedeutet“ wird.

Was meinen Sie?

Ich meine, daß es höchste Zeit war, diesem „freudetaumelnden“, der Wirklichkeit entrückten Republik Deutschland eine Roßkur zu „gönnen“. Einen Griff auf die „heiße Herdplatte“, wenn Sie so wollen. Eben dieser Republik hätte ich aus diesem Grund noch eine weitere Million „Flüchtlige“ gegönnt, um diesem linkslastigen „Wohlfahrts-Denken“ zu begegnen, auch um die überaus mangelhafte Abschiebe-Praxis der Bundesländer zu durchleuchten
„Druck verhilft zum Denken“……. eine durchaus zutreffende Redensart.
Die Kanzlerin hat für mich hier richtig entschieden, der aktuellen Situation geschuldet, auch um Brüssel massiv unter Druck zu setzen. Mir fiel auf, daß ausgerechnet Anfang September 2015 Brüssel die noch ausstehenden 3,5 Mrd. an die UN-Flüchtligshilfe leistete.

Ein 2. Blick lohnt, wie ich meine.

10) Bernhard Paul, Sonntag, 28. August 2016, 23:35 Uhr

Werter Politikverdruss,

ein paar knappe Anmerkungen zu Feststellungen, die Sie unter Nr. 98 und Nr. 103 getroffen haben.

Zu 98: In der Verkürzung, wie Sie die Zehn Gebote der ZEIT (Sabine Rückert) fürs breite Publikum anonym anreißen und einordnen und die Verbindung zu Angela Merkel herstellen, wäre – Verzeihung! – letztlich das gleiche Fazit über Ihre Anmerkungen zu treffen wie Sie es als knappen Schlusssatz tun.

Zu 103: Sie zitieren die Haller-Studie, wonach u.a. 82 Prozent der Berichte positiv waren. Da ich mich im Fach Kommunkationswissenschaft ein wenig auskenne, darf ich Ihnen erklären, wie solche Ergebnisse einer empirischen Erhebung zustandekommen: Wenn der Berichtsgegenstand ein positiver ist, ist auch die Grundhaltung des Berichts und damit der Bericht als solcher positiv zu werten. Geht nichts anders. Was nichts anderes bedeutet, als dass in den Septembertagen 2015 bundesweit in der Bevölkerung eine weitgehend positive Grundstimmung zu den ankommenden Flüchtlingen herrschte, in welchem Bundesland auch immer, die Ankommenden sogar beklatscht und mit Geschenken bedacht wurden. Viele dieser Berichte damals waren rein beschreibend, was sich in den Ankunftszentren abspielte. Wie sollte ein Berichterstatter angesichts jubelnder und applaudierender Menschen hieraus eine kritische oder gar negative Berichtshaltung einnehmen können, wenn er das wiederzugeben hat, was objektiv vor Ort geschieht?

Feldstudien dieser Art sind, wenn es um die Beurteilung der Grundhaltung von Medien oder Instituten geht, in der Kommunikationswissenschaft sehr umstritten und gelten zumindest partiell diesbezüglich als nicht tauglich.

Grüßend und noch einen Zusatz sendend: Es erstaunt mich ein wenig, dass Sie Ihr sonstiger Scharfsinn hier nicht trägt.

11) Erwin Gabriel, Montag, 29. August 2016, 10:29 Uhr

@ 109) karel, Sonntag, 28. August 2016, 22:28 Uhr

Ihren Kommentaren kann ich immer wieder entnehmen, dass Sie denken und sich gut informieren können. Ihren Verstand haben Sie hier oft genug nachgewiesen.

Um so mehr wundert mich immer wieder, dass Sie bei allem, was schief läuft, so lange suchen, bis Sie einen SPD-Menschen finden, der in der Gegend rumgestanden ist, während Sie sich diese Mühe mit CDU-Vertretern offenbar nicht machen – im Gegenteil.

Glauben Sie wirklich, dass jeder Beamte, der der SPD angehört oder mit der SPD sympathisiert, einseitige, linke Entscheidungen gegen deutsche Interessen oder im Verstoss gegen geltende Vorschriften und Gesetze nur im Sinne der (von Ihnen vorausgesetzten durchgängigen, einheitlichen) SPD-Meinung trifft?
Und glauben Sie wirklich, das alle Beamten, die CDU-Mitglied sind oder dieser Partei nahestehen (und nur die), sich stets dem übergeordneten Staatsinteresse verpflichtet fühlen und stets neutral, objektiv, korrekt, sachdienlich und in jeder Hinsicht perfekt arbeiten?

12) Politikverdruss, Montag, 29. August 2016, 13:23 Uhr

109) karel, Sonntag, 28. August 2016, 22:28 Uhr,

lieber Karel,

was ich dazu meine, will ich Ihnen gerne sagen:

1. Die Grenzöffnung der deutschen Staatsgrenzen durch Frau Merkel, als rechtswidriger Akt der „Selbstermächtigung“, war ein großer politischer Fehler.

2. Frau Merkel hat sich von dem medialen Vorantreiben der links-grünen Flüchtlingspolitik lenken und treiben lassen. Politischen Journalisten haben so mitregiert.

3. Das regierungspolitische Handeln in dieser Frage ist demokratisch nicht vom Deutschen Bundestag legitimiert worden. Die Gewaltenteilung wurde untergraben. Die Demokratie beschädigt.

4. Merkels Beharren darauf, den Fehler der unkontrollierten Masseneinwanderung nicht zu korrigieren, wird juristische Folgen haben. Früher oder später.

5. Die Nicht-Abstimmung der merkelschen Flüchtlingspolitik mit den europäischen Partnern hat Deutschland isoliert, zum Brexit und damit zur deutlichen Schwächung Europas beigetragen.

6. Die Bereitschaft der europäischen Partner, in den nächsten Jahren eine geordnete europäische Einwanderungspolitik zu gestalten, dürfte gegen Null tendieren.

7. Der Türkei-Deal, ausgearbeitet von einer zweifelhaften Nicht-Regierungsorganisation und geschlossen zwischen einer demokratisch nicht legitimierten Kanzlerin und einem „gewählten“ Despoten, ist eine einzige Katastrophe.

8. Die Grenzschließungen Österreichs, Ungarns und der übrigen Balkanländer, von Frau Merkel als unmöglich angesehen, beendete die unkontrollierte Masseneinwanderung über die Balkanroute.

9. Die unkontrollierte Masseneinwanderung aus fremden Kulturen wird dem deutschen Staat sehr große finanzielle Lasten( 93,6 Milliarden bis 2020) auferlegen, Integration unmöglich machen, aggressive Parallelgesellschaften erzeugen und den Terror in Deutschland begünstigen.

10. Die erste Chance der Deutschen, sich zu Frau Merkels Flüchtlingspolitik zu äußern, beginnt bei den kommenden Landtagswahlen und endet mit der Bundestagswahl 2017.

Bedaure, lieber Karel, ich halte es mit Heinrich August Winkler, der sagt, es sei eine deutsche Lebenslüge, zu glauben „wir seien berufen, gegebenenfalls im Alleingang, weltweit das Gute zu verwirklichen“.

Und mit Udo di Fabio, der sagt: „Ein offener Staat, der die Disposition über seine Grenzen aufgibt, mag offen sein, wird aber kein Staat bleiben können.“

13) Politikverdruss, Montag, 29. August 2016, 13:30 Uhr

110) Bernhard Paul, Sonntag, 28. August 2016, 23:35 Uhr,

lieber Herr Paul,

ich nehme Ihre Kritik(Zehn Gebote/Merkel-Esoterik) zur Kenntnis. Leider argumentieren Sie nicht, sondern „greifen mich persönlich“ an.

Interessant wäre doch gewesen, wie Sie diese Anmaßung(in mehrerlei Hinsicht) der ZEIT(“Zehn Gebote“) bewerten und was Sie davon halten, dass die Bundeskanzlerin eines säkularen Landes in der Öffentlichkeit behauptet, dass uns in puncto Flüchtlinge „der Herrgott diese Aufgabe auf den Tisch gelegt hat“.

Haben wir es mit der „Rückkehr des Religiösen“ (D. Pollack, 2009) zu tun, frage nicht nur ich mich? Ich würde das sehr bedauern, angesichts der zurückliegenden Religionskriege in Europa. Und, zumal man uns jetzt, nach Aufnahme von Millionen Muslimen, zunehmend mit Glaubensfragen fremder Kulturen konfrontiert. Als Staatsbürger dieses säkularen Landes will ich das nicht, sondern vertraue auf die politische Regelungskraft unseres Rechtsstaates mit dem Grundgesetz als „Bibel“.

Frau Merkel „glaubt“ aber offensichtlich, der „Herrgott“ habe sie mit der Aufnahme von Flüchtlingen beauftragt. Mir wäre es lieber gewesen, Sie hätte die Abgeordneten im Deutschen Bundestag befragt und sich dort eine demokratische Legitimation für ihr Handeln in dieser Frage geben lassen. Stattdessen begibt sie sich auf einen gesinnungsethischen Esoterik-Trip und lässt sich auf Polit-Deals mit Herrn Erdogan ein.

Sehen Sie, verehrter Herr Paul, darum geht es mir. Und darum, wie Sie das sehen!

Zur Haller-Studie: Ich kann Ihre Fachkompetenz in den Kommunikationswissenschaften nicht einordnen. Ihre ad-hominem-Angriffe und vorgebrachten Argumente („geht nicht anders“) werfen zudem Zweifel auf. Deshalb halte ich mich in dieser Frage doch lieber weiter an Prof. Haller.
Der antwortet auf die Frage des NDR: „Was können Journalisten zukünftig bei der Berichterstattung über Geflüchtete besser machen?

Prof. Haller: „Sie sollten sich auf das journalistische Handwerk besinnen und ihren kritischen Verstand einschalten. Also nicht gleich tolle Geschichten erzählen, nicht gleich mit einer steilen These losziehen, nicht nachäffen und Vorurteile bedienen. Sondern Informationen prüfen und auswerten. Sachverstand nutzbar machen. Naheliegende Fragen stellen. Hartnäckig bleiben, also die Fragen immer wieder stellen, bis sie von den Entscheidern hinreichend beantwortet sind. Und bei der Bewertung der Vorgänge keinen Schaum vor dem Mund haben, sondern Augenmaß nehmen. Und nicht zuletzt: Die Sorgen auch der Spießbürger ernst und sich selbst weniger wichtig nehmen.“ (NDR, 08.08.16)

Abschließend grüße ich Sie ebenfalls und würde mich freuen, wenn Sie uns die Quellen über die Untauglichkeit von „Feldstudien dieser Art“ zugänglich machen könnten.

14) Politikverdruss, Montag, 29. August 2016, 13:53 Uhr

105) erika, Sonntag, 28. August 2016, 11:41 Uhr,

liebe Erika,

Frau Merkel befindet sich unter dem „Schutzschirm“ der deutschen Mainstream-Medien. Der Deal lautet: Ich (Merkel) mache die von euch gewünschte Politik und ihr (Medien) bestätigt die Politik mit medialen Mitteln. (Prof. Thomas Meyer, „Wie politische Journalisten mitregieren“).

Die SPD sollte ernsthaft überlegen, ob sie diese GroKo zu Ende führt, oder nicht doch lieber vorzeitig beendet. Frau Merkel hat mit ihren Avancen Richtung Grün verdeutlicht, dass ihr an einer weiteren Zusammenarbeit mit der SPD nicht gelegen ist. Darauf könnte die SPD ja mal reagieren.

15) Erwin Gabriel, Montag, 29. August 2016, 20:01 Uhr

@ 112) Politikverdruss, Montag, 29. August 2016, 13:23 Uhr

Lässt sich wenig gegen sagen…

16) Rainer G., Dienstag, 30. August 2016, 11:53 Uhr

@ 112) Politikverdruss 29.08.2016 – 13:23 Uhr

Das nenne ich mal in 10 Punkten die gesamte Problematik auf den selben gebracht.
Ich verstehe nicht, wie man versuchen kann, dagegen vernünftig zu argumentieren.

17) Bernhard Paul, Mittwoch, 31. August 2016, 23:23 Uhr

Auch wenn Erwin Gabriel (115) und Rainer G. (116) dem Zehn-Punkte-Katalog von Politikverdruss bereits uneingeschränkt zugestimmt haben, lässt sich feststellen: Ohne Einwand durchgehen lassen kann man allenfalls Punkt 8 und evtl. noch Punkt 6. Alle übrigen sind diskussionswürdig bis schwer haltbar.

Politikverdruss wird wie üblich dazu eine argumentative Debatte fordern. Sie ist auf diesem Wege nicht möglich. PV beherrscht die Formulier- und Fabulierkunst in einer ausgeprägt subtilen Abstraktion (und dafür ist er auch professionell ausgebildet), wie auch bei diesen 10 Punkten, die ihm im Zweifel und bei Nachfragen und Gegenargumentation jede Option und jeden Ausweg und jeden Einstieg in Nebenkriegsschauplätze und damit Verwirrung jedes Debattenkontrahenten oder des interessierten Publikums ermöglicht. Er wäre ein optimaler Sprecher für gehobene Landes- und Bundespolitiker bis hin zur Kanzlerin oder als Unternehmenssprecher, besonders jene Unternehmen, die ein Wahrnehmungsproblem in der Öffentlichkeit haben.

Aus diesem Grunde werde ich – trotz Aufforderung von PV – auf Nr. 113 nicht antworten, obwohl die Argumentation leicht fiele. Ich falle auf PV nicht herein, sein operativer Hintergrund ist Insidern bekannt und wahrlich nicht ohne Schmackes. Deshalb zum Beispiel auch dieser (angreifbare) Zehn-Punkte-Katalog.

Insofern grüßend, besonders PV, obwohl (Verzeihung, Herr Spreng!) das ganze hier mit Ihrem Thema „Zukunftslust“ rein gar nichts zu tun hat. Aber das ist längst Usus in diesem Blog, auch, weil er von einem renommierten Medienschaffenden betrieben wird, dass ihn manche ausschließlich als Vehikel benutzen, um ihre Zweckbotschaften absetzen zu können.

18) Bernhard Paul, Mittwoch, 31. August 2016, 23:37 Uhr

Nachsatz zu Politikverdruss: Ihr Beitrag 113 und die Art und Weise, wie Sie hier Ihre bekannten Verfänglichkeiten eingebaut haben, zeigt mir, dass ich gar nicht zu antworten brauche. Sie legen als Meister der Ablenkung völlig neue Fährten aus in der Überzeugung, dass man hineintappen werde. Ich kenne die Materie (Zehn Gebote der ZEIT und Hallers Studie und Intention) gut und kann sie insofern (etwas anders als Sie) beurteilen.

19) karel, Donnerstag, 01. September 2016, 14:53 Uhr

„Aber nun haben die „Tagesthemen“ einen Podcast von Sigmar Gabriel vom 22. August 2015 auf dem Youtube-Kanal der SPD entdeckt. Neun Tage vor den berühmten Worten der Kanzlerin sagt Gabriel dort auch den inzwischen vielzitierten Satz in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise.

Der Wortlaut: „Frieden, Menschlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit – das zählt zu den europäischen Werten. Jetzt müssen wir sie unter Beweis stellen. Ich bin sicher: Wir schaffen das.“
Quelle:
http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_78864502/spd-chef-gabriel-sagte-schon-vor-merkel-wir-schaffen-das-.html

Werter Politikverdruß..
Ja, was nun?
Und nun können Sie die „Gebote“ sich ja mal zu Gemüte führen und ihre eigene, neue Deutung starten….. 😉 Nicht nur abschreiben….. 😉

Da finden sich mich eher an der Seite unseres Mit-Diskutanten Bernhard Paul.
Ich zähle mich nicht zu den „Kommunikationsexperten“, zähle aber , und das schon seit Jahrzehnten……ja richtig, seit Jahrzehnten…. zu den Skeptikern unserer Medienlandschaft. Diese sich gegenseitig verstärkenden Interpretationen fernab von Fakten ist mir schon in in den 70ern und 80ern aufgefallen.
Exemplarisch:….ein wohlwollender Hintergrund zu dem RAF-„Spektakel“, aber beinharte Kritik, um nicht zu sagen „Diffamierung“ in der Ära Kohl. Und dies hat sich bis heute nicht geändert, im Gegenteil…..festzumachen an dem zielsicheren „Dirigieren“ von links-„lastigen“ Chefredakteuren in die „Schaltstellen“ der Medien-Mächtigen.
Die „Exekution“ des Kirch-Medienimperiums, für mich so etwas wie ein „Fanal“ im Kampf um die Medienhoheit hier in Deutschland.

Ich selbst sehe mich eher in einer kleinen Partei der großen Medien-Skeptiker.

Hallo H. Spreng….
Gratulation zu Ihrem Auftritt bei Lanz am 30.08.2016, zusammen mit dem Kabarettisten Jochen Busse und dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. Ich habs mir in der Mediathek angesehen, da ich diese „Blubber-Talks“ in ARD und ZDF grundsätzlich meide.
Mal eine sehenswerte Diskussion mit Format. Weiter so.

Gruß
karel

20) Politikverdruss, Donnerstag, 01. September 2016, 18:17 Uhr

119) karel, Donnerstag, 01. September 2016, 14:53 Uhr,

Karel, sie haben Recht! Gabriel steckt hinter dieser ganzen Flüchtlingsmalaise. Der hat diesen verhängnisvollen Satz, „Wir schaffen das“, gesagt. Ein wahrhaft delphischer Orakelsatz. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Ähnlichkeiten mit Pythia sind ja nun wirklich nicht vorhanden

Dieser Fuchs versteckt sich hinter Mutti, zieht aus dem Verborgenen heraus die Fäden und will das Dauerumfragetief der SPD durch potentielle Wählerstimmen aus dem Nahen Osten zumindest mittelfristig auf bessere Grundlagen (Wähler) stellen.

Mutti will den Flüchtlingen zwar helfen, aber nicht auf Kosten ihrer politischen Macht. Gabriel hat das frühzeitig erkannt und nutzt die gesinnungsethische Verirrung von Mutti nun gnadenlos aus. Schade, es dürfte zu spät sein, den Meck-Pom-Wählern das jetzt noch zu erklären. Neues kommt bei denen immer erst Jahre später an.

21) erika, Donnerstag, 01. September 2016, 23:30 Uhr

Lieber karel,

wenn Gabriel diesen Satz schon vorher gesagt hat, zeigt das nur, dass Frau Merkel die Aussage wohl gefallen hat, so dass sie diese Aussage auch verwendet hat.

Das ändert aber nichts daran, dass es Angela Merkel war, die eigenmächtig die Grenze geöffnet hat, wenn man der „Zeit“ glauben kann, hat sie Gabriel nur kurz informiert. Seehofer hat sie noch nicht einmal vorher erreicht. Und die Aussage von Gabriel ist defintiv vor der großen Tat unserer „Mutter Teresa“.

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