Mittwoch, 02. November 2016, 16:00 Uhr

Jetzt muss Lammert ran

Angela Merkel ist bei Kandidatensuche für das Amt des Bundespräsidenten in eine unglückliche Lage geraten. Sie hat sich – zumindest vorübergehend – von der SPD ausmanöverieren lassen.

Die Kanzlerin konnte bisher keinen mehrheitsfähigen Konsenskandidaten präsentieren, während die SPD nach allen Regeln der Wahlkampfkunst Frank Walter Steinmeier nach vorne schiebt – einschließlich eines orchestrierten Einsatzes prominenter Unterstützer.

Da es den überragenden Konsenskandidaten offenbar nicht gibt, sollte die Kanzlerin endlich einen überzeugenden Gegenkandidaten vorschlagen, der Chancen hat, Stimmen der Grünen und der FDP für sich zu gewinnen.

Dies kann kein Bouffier oder Seehofer sein. Nur einer hätte die Chance, zu gewinnen, nämlich Bundestagspräsident Norbert Lammert. Er hat zwar bisher intern abgewinkt, aber das muss nicht letzte Wort sein. Ein Lammert, ein durchaus von sich überzeugter Mann, will gebeten werden – und zwar von der Kanzlerin persönlich.

Merkel muss jetzt diesen Schritt tun, auch wenn ihr Lammert bisher als zu unabhängiger Kopf erschien.  Lammert wäre ein überzeugender Präsident. Einer der wenigen Intellektuellen in der Politik, ein glänzender Redner, kein Parteisoldat. Und, das wäre mal etwas Neues, ein Bundespräsident mit Humor. Er ist schon heute über die Parteigrenzen hinweg angesehen.

Die Alternative Lammert oder Steinmeier würde die Bundesversammlung zieren.

Sie können Ihren eigenen Kommentar weiter unten abgeben.

37 Kommentare

1) Johannes Lamp, Mittwoch, 02. November 2016, 16:30 Uhr

Klingt eigentlich alles gut, was Sie, lieber Spreng, zu Lammert schreiben – aber er ist mir zu selbstverliebt. Wenn ich an seine Rede zum Tag der Deutschen Einheit denke, da ist ihm vor lauter Begeisterung über die eigenen Formulierungskünste die Milch eingeschossen!
Was ich als positiv empfände, wäre der Wettbewerb – ob da Lammert eine Chance in der Bundesversammlung hätte? In den eigenen Reihen hat er sich in seiner Funktion als Bundestagspräsi nicht nur Freunde gemacht – manch CSUler würde die Rache kalt genießen, ihn durchfallen zu lassen.
Lammert ist übrigens Dortmund-Fan, das macht ihn mir trotz genereller Bedenken sympathisch…

2) Paulus, Mittwoch, 02. November 2016, 19:14 Uhr

Lammert könnte ein Kandidat mit hohen Sympathiewerten sein. Ein intellektueller Kopf der nicht zum Salbadern neigt oder in den Tonfall des Predigers verfällt und scharf differenziert bevor er glaubt etwas sagen zu müssen.

Gruß
Paulus

3) karel, Mittwoch, 02. November 2016, 23:25 Uhr

Wer sich engagiert, wie die Kanzlerin, wird halt „abgestraft“.
Denn…….
„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“.
Nach dieser Maxime haben wir ja einen allseits so „beliebten“ Außenminister.
Wie einst der „Joschka“….

Nun denn…..

4) Jakobiner, Donnerstag, 03. November 2016, 10:29 Uhr

Richter Hold for President. Der Mann ist telegen, allseits beliebt und weiß wie man mit Pöblern verfährt–„Im Namen der Gerechtigkeit“!

5) Klaus Werner Bohn, Freitag, 04. November 2016, 16:51 Uhr

Ihnen ist vollkommen zuzustimmen; Lammert wäre ein ausgezeichneter Kandidat, klar im Geist und in der Sprache. Er hebt sich schon jetzt wohltuend von so vielen anderen Politikern ab. Die geschwurbelten Sätze von Herrn Steinmeier nutzen sich auch allmählich ab.
Auch wenn Herr Lammert, wie der Spiegel heute berichtet, Frau Merkel abgesagt hat. ist Herr Lammert eitel genug, um einem erneuten Werben nachzugeben. Sollte sich Herr Lammert für eine Kandidatur entscheiden, wäre er auch ein guter Konsenskandidat, auch für die SPD. Aber soviel Einsicht ist denn wohl doch zuviel verlangt.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Werner Bohn

6) Tulpen, Freitag, 04. November 2016, 17:40 Uhr

Ah ja, ein Herr Lammert wird hier lobgepriesen…?
Seit wann hat der Herr Humor?
Und ist das rückblickend auf die bisherigen Kandidaten wirklich wichtig?
Ist er ein zu eigensinniger Kopf, wird Frau Nerkel verunsichert wegen ihrer Erfahrungen mit Herrn Köhler- ein absolutes Aas, das leider geköpft wurde.
Ich fände ja Herrn Steinbrück , wenn schon nicht als Kanzler leider, so wenigstens als Präsident recht „fesch“…! : ‚)
Und wen interessieren denn bitte die Stimmen der FDP????

7) Wolfgang Wabersky, Freitag, 04. November 2016, 17:48 Uhr

Nach Voßkuhle, Huber, Kässmann hat nun auch Lammert seinen Verzicht auf das Bundespräsidentenamt dargelegt. Diese honorigen Persönlichkeiten, deren Authentizität wohl kaum in Frage steht, sehen sicherlich keinen Sinn darin, sich permanent von einer fragwürdigen Regierungspolitik instrumentalisieren zu lassen, um nur als deren Verlautbarer agieren zu dürfen. Um das permanente widerliche Geschachere der Parteien um das höchste Amt ein für allemal zu beenden, wäre es jetzt an der Zeit zu überlegen, ob die Befugnisse des BP anders und neu definiert werden müssten, damit mehr Handlungsraum für das Amt entsteht. Alternativ könnte man auch überlegen, ob man den BP vom Volk wählen lassen sollte; schließlich soll er ja der Repräsentant des Volkes sein. Die Voraussetzungen der Weimarer Republik sind ja inzwischen nicht mehr gegeben. Bleibt es aber beim jetzigen Zuschnitt, hätte ich persönlich nichts dagegen, das Amt ersatzlos zu streichen und die wenigen echten politischen Aufgaben dem Bundesratsvorsitzenden zu übertragen. Dass Merkel, deren Personalpolitik stets „merkwürdig“ war und ist, ein erhebliches Mitspracherecht haben soll, ist sachlich nicht geboten. Eine Persönlichkeit, auf die sich die Parteien im Konsens einigen könnten, gibt es offenbar nicht. Man sollte sich daher besser außerhalb der Politik nach einem Kandidaten, etwa aus der Wissenschaft, umsehen. Steinmeier als Mitkonstrukteur von Hartz IV und Mitwirkender der Agenda 2010 ist jedenfalls völlig ungeeignet als BP und dürfte auch nicht genügend Stimmen bekommen. So bleibt das Rennen vorerst offen, das aller Wahrscheinlichkeit nach – wie gehabt – mit der Wahl eines völlig ungeeigneten Kandidaten endet.

8) Tulpen, Samstag, 05. November 2016, 06:25 Uhr

Pardon, ich korrigiere: Herr Köhler war natürlich kein „Aas“ und auch kein Asi, sondern ein As, ein As!
Naja und Frau „Nerkel‘ brauch‘ ich wohl nicht zu verbessern… ; ‚)

Gruß& Kuß

Tulpen

9) W. Zimmer, Montag, 07. November 2016, 09:21 Uhr

Unwürdig, wie hier das Parteiengeschachere mal wieder stattfindet. Das schadet dem Amt mehr, als es der Kandidat selbst machen kann, außer man heisst Wulff. 😉

Soll Angie doch selbst antreten, dann sind wie sie Gott sei Dank los, den Mehltau der Bundesrepublik Deutschland.

10) Erika, Dienstag, 08. November 2016, 01:25 Uhr

„Angela Merkel ist bei Kandidatensuche für das Amt des Bundespräsidenten in eine unglückliche Lage geraten.“

War das bei einer Bundespräsidentenwahl in der Amtszeit von Frau Merkel schon einmal anders?

Erinnere mich noch gut an die 9 Stunden Wahl und 3 Durchgänge bei Herrn Wulff und Herrn Gauck wollte Angela Merkel ja auch nicht, er wurde ihr wenn ich mich richtig erinnere von der FDP aufgedrückt.

Auch hier mal wieder der Beweis – Angela Merkel kann es nicht! Die Dinge passieren und irgendwie hat Angela Merkel dann mit nichts etwas zu tun oder sie hat es angeblich vom Ende her so gedacht.

11) Politikverdruss, Dienstag, 08. November 2016, 13:44 Uhr

Während hier so getan wird, als hätte das Geschacher um den Posten des Bundespräsidenten staatstragende Bedeutung, geht fast völlig unter, dass weitere Schritte getan werden, sich in „Helldeutschland“ der Scharia zu unterwerfen.

Der Tagesspiegel tritt für Kinderehen ein. „Kinderehen legalisieren!“ So Dominik Bär in dem angesehenen Blatt aus der Bundeshauptstadt. Ein „pauschales Verbot“ der Ehen von „älteren Minderjährigen halten wir nicht für sinnvoll“.

Stattdessen schauen wir darauf, wie die letzten noch nicht völlig merkelisierten Politiker der Merkel-Union den Dienst unter der „Patin“ verweigern. Übrig bleiben Hofschranzen wie Laschet, Röttgen oder Altmeier, die der „Selbstermächtigten“ zu Diensten sind. Arme Republik!

Wer gegen den Strom schwimmt, dem wird entgegengehalten: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“. Eine argumentative Tiefenschärfe, die auch im Sprengsatz immer wieder zu beobachten ist. Eines Tages ist es dann selbst solchen Recken wie Bosbach zu viel. Sie gehen angewidert.

Im Februar 2017 wird dann mit lautem Getöse die Bundesversammlung zusammentreten. Aber es wird nicht um eine Wahl gehen. Die ist dann längst in Hinterzimmern vollzogen. Nein, das „Stimmvieh“ und deren „Volksvertreter“ werden zusammengetrommelt, um den demokratischen Schein zu wahren.

12) Politikverdruss, Dienstag, 08. November 2016, 14:16 Uhr

10) Erika, Dienstag, 08. November 2016, 01:25 Uhr,

stimme Ihnen zu!

Am 22.12. 1999 war in der FAZ ein Artikel mit der Überschrift zu lesen: „Die von Helmut Kohl eingeräumten Vorgänge haben der Partei Schaden zugefügt“. Dieser Artikel war der Anfang vom Ende der Kohl-Ära. Die Autorin: Angela Merkel.

Wann lesen wir endlich einen Artikel mit dem Titel: „Die von Angela Merkel eingeräumten Vorgänge haben Deutschland Schaden zugefügt!“

13) Politikverdruss, Dienstag, 08. November 2016, 19:50 Uhr

Nach Angaben der FAZ „verhandelt“ Merkel mit den Grünen über die Gauck-Nachfolge. Es soll um Katrin Göring-Eckardt oder Wilfried Kretschmann gehen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundespraesidentenwahl-merkel-verhandelte-angeblich-mit-gruenen-ueber-gauck-nachfolge-14518723.html

Die „Selbstermächtigte“ der All-Parteien-Koalition läuft nun zu großer Form auf. Das wird die politische Selbstauflösung der Union beschleunigen.

14) Politikverdruss, Mittwoch, 09. November 2016, 11:31 Uhr

7) Wolfgang Wabersky, Freitag, 04. November 2016, 17:48 Uhr,

ich stimme Ihnen zu, wenn Sie vorschlagen: „Alternativ könnte man auch überlegen, ob man den BP vom Volk wählen lassen sollte; schließlich soll er ja der Repräsentant des Volkes sein.“

Nach der US-Präsidentenwahl fürchte ich, wird der linke Mainstream im Lande sogar versuchen, zukünftig Wahlen zu umgehen. Zum Beispiel durch Schaffung eines Allparteiensystems im Sinne einer links-ideologisch ausgerichteten Einheitspartei. „Die“ werden ansonsten nicht im Traum daran denken, uns Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, den Bundespräsidenten direkt zu wählen.

Das mediale Entsetzen über den Wahlausgang in den USA ist groß: “The media didn’t want to believe Trump could win. So they looked the other way.” https://www.washingtonpost.com/lifestyle/style/the-media-didnt-want-to-believe-trump-could-win-so-they-looked-the-other-way/2016/11/09/

Daher wird man auch von medialer Seite nach dem Brexit und der Trump-Wahl den direkt-demokratischen Bürgerwillen scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Uns bleiben nur die grundgesetzlich vorgesehen Wahlen. Dabei wird es darauf ankommen, sich von medialer Seite nicht „einwickeln“ zu lassen.

Sollen sie sich doch gegenseitig mit ihren „wünsch-dir-was-Umfragen“ beglücken. Diese „Wahlmanipulation“ verfängt nicht mehr.

15) Johannes Lamp, Mittwoch, 09. November 2016, 16:07 Uhr

Zu 11), 12, 13) und 14)
Da hat der Alleinunterhalter Politikverdruss mal wieder zugeschlagen:
Leider wie immer Blödsinn – allein die gerne gebrauchte Floskel „linker Mainstream“ bescheinigt seine heilige Einfalt. Hat dieser rechte Prophet des Untergangs immer noch nicht kapiert, dass, wenn es einen linken Mainstream gäbe, Merkel von der linken Mehrheit im Bundestag längst weggefegt worden wäre…
Die CDU hat übrigens in der Bundesversammlung auch gemeinsam mit den Grünen keine Mehrheit…
Was soll man eigentlich von einem „homo politicus“ halten, der der Bundesversammlung die demokratische Legitimation abspricht? Identitärer? Reichsbürger? Rechtsaußen? Knallkopf?

16) Politikverdruss, Mittwoch, 09. November 2016, 19:49 Uhr

Das Politestablishment in Deutschland und Europa ist der Ohnmacht nahe. Wie konnte das passieren? Der „Oberhassprediger“ (so unser Oberdiplomat Steinmeier) demnächst im Oval Office. Dabei hatten doch die Medien tagein tagaus darüber geschrieben, dass das völlig unmöglich ist. Und die Umfrage-Institute hatten dies bestätigt!

Und nun ist man fassungslos und fürchtet die Rache des „alten weißen Mannes“. Alle sollten eigentlich Hillary wählen: Die Schwarzen, die Hispanics, die Gebildeten, die Frauen. Haben sie aber nicht. Sie wählten den „alten weißen Mann“, dieses „faschistoide Chauvinisten-Schwein“ mit dem „Katzentoupet“.

Es war ein Traum: Wie sich ein „Swing-State“ nach dem anderen auf den Wahl-Übersichten rot einfärbte. Entsetzen in den Gesichtern der Schreiberlinge, Welterklärer und politisch Korrekten. Für Frau von der Leyen ist der demokratische Wahlausgang in den USA sogar ein „schwerer Schock“.

Zur Begrüßung ruft unsere „Selbstermächtigte“ Donald Trump „zur Achtung demokratischer Grundwerte auf“. Bei Herrn Erdogan vermissen wir diesen Hinweis aus dem Kanzleramt, aber der sichert ja auch unsere nicht sicherbaren Grenzen. Da kann man dann über ein paar innenpolitische Grobheiten am Bosporus hinwegsehen.

Da ist etwas Besonderes passiert! Trump hat sich gegen schier unüberwindbare Widerstände durchgesetzt. Der amtierende Präsident, die demokratische Partei, die Wahlmaschine der Clintons, das Establishment der Republikaner, die Massenmedien und das politisch korrekte Europa, alle standen wie eine Mauer gegen Trump.

Doch die amerikanischen Bürger hat das nicht geschert. Sie wählten Trump. Die selbstherrlichen Politeliten sollten das als deutlichen Hinweis sehen, von wem die Staatsgewalt in Demokratien ausgeht. Bei einem TV-Duell rief Hillary Trump zu: „Donald wir wissen ja, dass Sie in Ihrer eigenen Realität leben“. Nun ist sie in Ihrer Realität aufgewacht.

17) Paulus, Donnerstag, 10. November 2016, 19:13 Uhr

@16 Politikverdruss

Völlig einverstanden. Die ersten Reflexe von den prominenteren, etablierten Aktivisten der politischen Klasse (Röttgen) lassen erahnen, dass sie die Vorgänge, die in den VSA zum Wahlerfolg von Trump geführt haben nicht begriffen haben. Die Frustration und die fundamentale Ablehnung, die der politischen Klasse und ihren Schreiberlingen entgegen schlägt, ist mit fein ziselierten Argumentationen in TV Schlachten nicht zu stoppen (wir denken an die überheblichen Kommentatoren nach den TV Duellen). Wer hat mehr gepunktet? Der „Fegel“ und „Frauenhasser“ oder die „Erfahrende“ ?

Das Wahlergebnis kommt einem politischen Erdbeben gleich. Röttgen „warnt“ vorsorglich also vor Hetze und Hass, was jedoch in der politischen Klasse im Verhalten und in der Haltung den Wählern gegenüber anders werden muss, wird nicht thematisiert. Fazit „Die“ (AfD) sollen den Empfehlungen zum Wahlkampfstil der etablierten Parteien folgen, dann wird alles gut.

Arbeitgeberfunktionär Grillo, von Beruf Erbe, weiß schon, wie eine ähnliche Entwicklung in D wie in den VSA zu stoppen ist (Interview im Deutschlandfunk heutemorgen): Nötig sei jetzt Aufklärung der Bürger, ihnen muss klar werden wie gut es ihnen geht (Propaganda soll es richten). Das würde zwar nicht bei allen gelingen denn einige Quertreiber gibt es immer, aber das würde der AfD schon das Wasser abgraben.

Man fragt sich nun schon, ob und welches intellektuelle Niveau unsern „Politprofis“ abhanden gekommen ist. Oder waren sie schon immer Flaschen und niemand hat`s bemerkt? „Irgendwann ist die Dummheit so riesengroß, dass sie niemand mehr sieht..“ (Berthold Brecht)

Gruß
Paulus

18) Politikverdruss, Donnerstag, 10. November 2016, 20:10 Uhr

Der Blog-Pöbler („Blödsinn“, „KnallKopf“) hat sich wieder mal durch die Netiquette geschlichen. Verknüpft mit den ihn immer wieder selbst diskreditierenden Beschimpfungen und Beleidigungen meint „unser“ grüner Blog-„Pöbler“, es gäbe keinen linken Mainstream.

Zum linken Mainstream: Es gibt ihn natürlich! Er hat sich wie Mehltau über das Land gelegt. Wenn J. Lamp ihn nicht wahrnimmt, muss das nichts bedeuten. In den USA ist er gerade von „alten weißen Männern“ durchbrochen worden. Die Briten haben diesen Bruch mit dem Brexit schon vollzogen und am 23. April 2017 werden die Franzosen folgen. Bei uns hat man auch langsam die Nase voll:

-Harald Martenstein: „Manchmal habe ich den Eindruck, dass Deutschland von einer Einheitspartei neuen Typs beherrscht wird, der Mainstreampartei. „http://www.zeit.de/2011/46/DOS-Mainstream/

-Jörg Thadeusz: „Linker Mainstream geht mir auf die Nerven!“ http://www.cicero.de/salon/linker-mainstream-geht-mir-auf-die-nerven/42002

-Prof. Thomas Meyer: „Die Unbelangbaren“, Kapitel 7, Seite 127ff.

Worauf ist diese „Denke“ zurückzuführen? Vielleicht auf Antonio Gramsci mit seinen Vorstellungen von „Kultureller Hegemonie“. Gramsci war ein kommunistischer Philosoph, der meinte: „In der bürgerlichen Gesellschaft werde Herrschaft nicht allein durch bloßen Zwang erzeugt, sondern die Menschen würden überzeugt, dass sie in der „besten aller möglichen Welten“ lebten.“

Mir scheint, die „Überzeuger“ scheinen sich mehr und mehr weg von der Überzeugung und hin zum bloßen Zwang zu bewegen. Und die zu Überzeugenden sehen sich ganz offensichtlich nicht mehr in der „besten aller möglichen Welten“. Wie sollten sie auch, wenn sie im z.B. im Rust-Belt der USA leben. Siehe Wisconsin/USA: Über 30 Jahre Hochburg der Demokraten, nun republikanisch.

Aber bleiben wir noch ein wenig beim Blog-„Pöbler“. Obwohl er hier selbst nur mit seinen völlig substanzlosen „Pollutionen“ in Erscheinung tritt, glaubt er, schulmeisterliche Bewertungen vornehmen zu können. Er selbst berichtete einmal ganz stolz, er habe die schriftlichen Berichte seiner Arbeitskollegen immer korrigieren müssen. Aus dieser Kalfaktor-Mentalität schöpft er offensichtlich immer noch.

19) Jakobiner, Freitag, 11. November 2016, 06:13 Uhr

„Doch die amerikanischen Bürger hat das nicht geschert. Sie wählten Trump. “
Trump hat nur durch das Wahlmännersystem gewonnen. Clinton hatte mehr Wähler als Trump, aber Trump mehr Wahlmänner als Clinton.Zudem haben nur die Hälfte der amerikanischen Bürger Trump gewählt, die andere Hälfte nicht.Trump ist ein rassistischer, faschistischer, chauvinistischer, sexistischer, homophober Großkotz und Hassprediger wie auch die Leute, die ihn unterstützen–inklusive Politikverdruss. Politikverdruss bleibt eben ein AfD-Troll und faschistoider Autoritärer, vielleicht ist er ja auch ein social bot.

20) Rainer N., Freitag, 11. November 2016, 08:45 Uhr

Wie hatte ich zuletzt geschrieben, ich befürchtete Killary …

Nun Trump, wenn ich das so vergleiche …

Russisch Roulett … bei beiden.

Bei Killary sind in dem Revolver 4 Kammern belegt, bei Trump nur 2. Meine Einschätzung.

Ja mit Sanders …

21) siddartha, Freitag, 11. November 2016, 11:58 Uhr

Sehr geehrter Herr Spreng,

warum haben sie in ihrem interessanten Blog bei zahlreiche Artikel der letzten Jahre nachträglich hunderte Kommentare gelöscht ?

22) Paulus, Freitag, 11. November 2016, 15:52 Uhr

Die Peinlichkeit der Vorhersagen für Clinton die D in den Lei(d)tmedien unisono zu lesen waren wirken in der Rückschau wie der Versuch den Erfolg Clintons herbei zu schreiben, Trump wurde nahezu zu einem Schwachkopf erklärt. Aber er hat gewonnen, Clinton ist zum 2. Male gescheitert – soviel zu ihrer Erfahrung. Bei Goldman Sachs so und vor den Anhängern von Sanders ganz anders zu intonieren, macht den Vertrauensverlust in die politische Klasse der VSA exemplarisch (und nicht nur dort). Auch Trump wird seine Wahlkampfrhetorik als Präsident nicht wiederholen, ich rechne aber damit das er authentisch und seine Linie erkennbar bleibt. Das wird für D einiges kosten und Schäuble muss sich Sorgen machen, denn das € Abenteuer wird noch kostspielig werden. Vor der BT darf der € Leichnam aber nicht offen „besprochen“ werden. In politisch engagierten Kreisen sieht das natürlich anders aus, werde dort Target2 und € intensiv beleuchten.

Der Berliner Terminkalender dürfte aus den Nähten platzen, Die Gaucknachfolge wird schnell abgehakt werden – es gibt genug andere Probleme. Über GR „Rettungspakete“wird schon nicht mehr debattiert, die werden einfach durchgewunken.

Gruß
Paulus

23) riskro, Freitag, 11. November 2016, 15:59 Uhr

Meine Antwort auf den vorhergehenden Beitrag vom Sprengmeister:
„Mit der CSU in die Unregierbarkeit“
Kommentar 40) Johannes Lamp schreibt: riskro, O Herr, lass Hirn regnen.:

Ich habe prüfen lassen ob ich Bruder Johannes Wunsch, Hirn regnen zu lassen, nachkommen kann. Zu seinem Schutz habe ich mich dagegen ausgesprochen.

Bruder Johannes hatte den Bloggern in der Vergangenheit wissen lassen, dass er über eine 10000 Bücher umfassende Bibliothek verfügt. Offenbar ist es diesem geballten Wissen bisher nicht gelungen, Bruder Johannes zumindest ein Mindestmaß an Intelligenz zu vermitteln. Sollte ich es jetzt Hirn regnen lassen und er würde -was ich nicht ausschliesen kann- damit in Berührung kommen, würde dass ihn masslos überfordern.

Ich hoffe Bruder Johannes respektiert meine Entscheidung und nimmt sie nicht persönlich.

In diesem Sinne schönes Wochenende, in der Hoffnung, dass am Montag die Sonne wieder aufgeht, und dass obwohl Trump die Wahl gewonnen hat.

24) Günter Springer, Freitag, 11. November 2016, 17:37 Uhr

16) Politikverdruss
Noch schimmer als der „…schwere Schock von von der Leyen“ ist eine Schlagzeile einer Frankfurter Zeitung von gstern: “ Amerika wendet sich von der Welt ab“.
Hirnrissig kann ich da nur sagen.
Die Nachricht habe ich aus den Radio.

25) Arnold Holt, Samstag, 12. November 2016, 15:01 Uhr

Den Montblanc-Füller hat Lammert ja schon, um dann Verträge zu unterzeichnen… Toller Mann… Ob nun seine Mitarbeiter oder er – sich vom Steuerzahler Luxusfüller bezahlen zu lassen, obwohl man die im Bundestag nicht braucht, und gleichzeitig im Parlament ehrenvolle Reden zu halten, ist ungefähr so verlogen wie Alice Schwarzer oder Uli Hoeness, die ähnlich laut tönen und sich dann aber selbst nicht an Gesetze halten. Was für „Eliten“.

26) Rapunzel, Samstag, 12. November 2016, 20:43 Uhr

Rentendiebstahl, Banksterrettung, völlig überkommene Privatisierungsideologie.
Eine deutlichere Wahlwerbung für die AFD könnte die CDU kaum machen.
Die total abgehobenen Kreise im Konrad Adenauer Haus haben die Ereignisse der letzten Monate offensichtlich nicht verstanden.
Die Präsidentemwahl ist unser kleinstes Problem.
Lanmert hat wohl zumindest das verstanden.

27) Peter Christian Nowak, Samstag, 12. November 2016, 21:51 Uhr

Ich fiinde, Sie haben die Situation gut in die Wirklichkeit verbracht. Sehr schön.

28) Johannes Lamp, Montag, 14. November 2016, 17:12 Uhr

Zu 23) riskro
Nicht nur nicht gut – Formulierungen, Grammatlk, Orthographie, Zeichensetzung – nur schlecht!
Was soll die Bezeichnung “ Bruder Johannes“ ?
Wessen Bruder soll ich denn sein?
Doch nicht von riskro? Von Politikverdruss? Von Paulus oder gar von Wabersky?
Beim Gedanken an diese Verwandtschaft wird mir ganz mulmig…
Da wird einem der alte Hannoveraner richtig sympathisch!

29) Politikverdruss, Montag, 14. November 2016, 18:33 Uhr

Wahlen scheinen sich immer mehr zur „Achilles-Ferse“ des politischen korrekten Meinungs-und Politik-Kartells zu entwickeln. Insbesondere dann, wenn der Wählerentscheid direkte Auswirkungen hat. Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten ist die Direktwahl nicht vorgesehen. Seine Nachfolge wird in Hinterzimmern ausgekungelt.

Dagegen vom Volk direkt gewählt werden US-Präsident( Wahl durch Wahlmänner), der französische Staatspräsident oder der österreichische Bundespräsident.

Nach Brexit und US-Präsidentenwahl ist der grün-linke politische Mainstream nun in heller Aufregung. Man sieht bereits eine „rechtspopulistische Internationale“ aufziehen (Dietmar Neuerer/Handelsblatt 10.11.16).

Nun ist Populismus in der politischen Debatte ein Vorwurf, den sich Vertreter unterschiedlicher Richtungen gegenseitig machen. Insofern kann diese „Volksnähe“ bei der Überzeugung der Bürger von den jeweils eigenen politischen Zielen eigentlich nicht schaden.

So einfach ist es aber nicht. Aktuell ist zu beobachten, dass das als(rechter) Populismus bezeichnet wird, was in vielen gesellschaftlich-ökonomischen Fragen dem vermuteten Mehrheitswillen der Bevölkerung entspricht, aber im Widerspruch zur eigenen grün-linken Zielsetzung steht und daher auf „höhere Einsicht“ gründet.

Aus diesem Grund fährt man gegenwärtig eine Strategie, den Mehrheitswillen des Volkes zu diskreditieren. Dazu gehören beispielsweise die „Studie“ „ Enthemmte Mitte“, die Verächtlichmachung direkt-demokratischer Instrumente oder der Vorwurf „postfaktischer“ Argumentation.

Nur, im Zeitalter des Internets und der Sozialen Medien greifen diese Strategien nicht mehr. Im Gegensatz zum Vorwurf der Post-Faktizität gelingt es dem mündigen Bürger sehr wohl und viel besser als in früheren Zeiten, sich ein auf Fakten gründendes Urteil zu bilden.

Denn man scheint zu vergessen: „Die westliche Gesellschaft befindet sich im Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, der in seiner dramatischen Wirkung dem Übergang von der Agrar- in die Industriegesellschaft im 19. Jahrhundert in nichts nachsteht.“ (Daniel Bell)

30) Politikverdruss, Montag, 14. November 2016, 18:44 Uhr

19) Jakobiner, Freitag, 11. November 2016, 06:13 Uhr,

wenn Sie mal nicht plagiieren begeben Sie sich auf das abstoßende Niveau von J.Lamp. Das ist sehr unerfreulich.

Aber was soll man machen, wenn es zu mehr nicht reicht. Sie tun mir leid, Jakobiner!

31) Politikverdruss, Montag, 14. November 2016, 19:22 Uhr

24) Günter Springer, Freitag, 11. November 2016, 17:37 Uhr,

ja, die deutschen Medien sind nach der Trump-Wahl schwer traumatisiert. Schauen Sie sich die Titelseite des SPIEGEL an: den Kopf von Donald Trump als auf die Erde zurasender Asteroid.

Diese Medien sind völlig außer Rand und Band. Die können wir vergessen!

32) Politikverdruss, Montag, 14. November 2016, 19:37 Uhr

17) Paulus, Donnerstag, 10. November 2016, 19:13 Uhr ,

Sie fragen sich, ob und welches intellektuelle Niveau unsern „Politprofis“ abhanden gekommen ist. Woher soll’s denn kommen? Schauen Sie sich die Beurteilung einer Insiderin von der SPD an:

„Die SPD hat eine grauenhafte Personalpolitik. Im Lokalen, im Kommunalen, wo politische Biografien ja oft anfangen, pflegt sie eine Gremienkultur, die so freudlos und nervtötend ist, dass sie allzu oft solche Personen anlockt, die mehr Zeit haben als irgendetwas anderes. Es sind dies wahlweise Frührentner, Langzeitstudenten, eine ganz bestimmte Sorte von Angehörigen des öffentlichen Dienstes oder erfolglose Rechtsanwälte.“

„Viele honorige Menschen darunter, keine Frage. Aber ein Abbild der Gesellschaft ist das nicht. Wenn dann seitens der Funktionäre noch allzu viel angemaßtes Wissen über die Lebensverhältnisse anderer Leute dazukommt und außerdem das übliche hohe sozialdemokratische Moralross, wirkt die SPD so attraktiv wie – tja…“

„Auf Landes- und Bundesebene tritt ein weiterer problematischer Funktionärstyp hinzu: der ehemalige Referent. Die SPD hat bis hin zu Großkalibern wie Steinmeier (23,0 Prozent) und Steinbrück (25,7 Prozent) zu viele Spitzenkandidaten vom Typ „Ministermitarbeiter“ aufgestellt. Es gibt sogar Ex-Referenten von Ex-Referenten wie den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein.“

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article154424381/Mein-Leiden-an-der-SPD.html

33) mac4ever, Dienstag, 15. November 2016, 11:34 Uhr

@32 politikverdruß: Ich kenne die Verhältnisse in der Kommunalpolitik aus Sicht der Grünen. 1992 war ich Mitglied von Bündnis 90, als die Vereinigung mit den Grünen kam.

Meine Erfahrungen in der Kommunalpolitik sind sehr zwiespältig. Bei den Grünen hat der öffentliche Dienst die Oberhand, diese Gruppe bestimmt alles und managt alles. Quereinsteiger haben keine Chance.

Das kommt vor allem daher, weil der öffentliche Dienst schon von Berufs wegen täglich mit dem Rathaus zu tun hat, dort alle Leute, Strukturen und Vorgänge bereits kennt und über persönliche Kontakte verfügt. Außerdem kann die Parteiarbeit sozusagen nebenher während der Arbeitszeit erledigt werden. Das ergibt eine Art Standortvorteil gegenüber allen anderen, die nicht aufholbar ist.

Wundert sich angesichts dieser Verhältnisse, die in anderen Partei nicht wesentlich anders aussehen Kirsten, jemand, dass der Bundestag vom Öffentlichen Dienst dominiert wird und die Versorgung dieser Leute dann auch entsprechend abgesichert ist?

34) Politikverdruss, Dienstag, 15. November 2016, 15:32 Uhr

33) mac4ever, Dienstag, 15. November 2016, 11:34 Uhr,

vielen Dank für diesen Einblick. War mir so nicht klar, da ich kommunalpolitisch keine Erfahrungen besitze.

Die Grünen sitzen damit wie die Spinne im Netz an der gesellschaftspolitischen Basis und umgarnen von dort die Bürger mit ihrer bigotten Politik. Sehr unangenehm, dieser Gedanke.

Zumal die Grünen mit ihren gesellschaftszerstörerischen Absichten( Energiewende, Bildungswende, Agrarwende, Auto-Industriewende etc. ) offensichtlich vorhaben, den Morgenthau-Plan nachzuholen.

35) mac4ever, Mittwoch, 16. November 2016, 09:43 Uhr

@politikverdruß: Ich möchte Ihre Aussage doch relativieren. Die Dominanz des öffentlichen Dienstes erscheint aber keineswegs auf die Grünen beschränkt. Außerdem kommt hinzu, dass ich die umweltpolitische Agenda der Grünen nach wie vor unterstütze – da agieren die konservativen Parteien oft nach dem Motto: wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

Nur kann ich mit den übrigen grünen Vorstellungen, die Gesellschaft umzugestalten bis hin zu den sattsam bekannten Sprachregelungen und Vergewaltigungen der deutschen Sprache, überhaupt nichts anfangen, hinzu kommt der moralinsauer bevormundende Duktus – von der Einstellung zu Merkels Flüchtlingspolitik ganz zu schweigen. Das Bündnis 90 war realistischer und ideologisch neutraler als die Grünen ausgerichtet.

Als dann die Vereinigung mit den 1:14 zahlenmäßig überlegenen Grünen kam, wurden die Bündnis-Funktionäre aber bis auf ein oder zwei Alibi-Ausnahmen sämtlich durch die westlichen, parteilogistisch überlegenen Seilschaften weggemobbt.

In der Folge spielten dann konsequenterweise die Grünen im Osten keine Rolle mehr, daran hat sich bis heute wenig geändert.

36) Rapunzel, Mittwoch, 16. November 2016, 10:01 Uhr

@mac4ever
Zustimmung!
So kommt es, dass im mtotal abgehobenen Berlin diese Art Leute das sagen haben.

37) mac4ever, Donnerstag, 17. November 2016, 15:45 Uhr

@Rapunzel: Ja, denn eigentlich bin ich ja immer noch ein Grüner, ich ärgere mich jeden Tag schwarz darüber. Im wahrsten Sinne des Wortes 😉

Und ich muß und werde so lange schwarz wählen, bis die Grünen mich wieder ergrünen lassen. Allerdings habe ich keine Hoffnung, dass das in nächster Zeit passieren könnte. Es wird ein langer Winter. Ein Kretschmann macht noch keinen Sommer 🙁

Wie ist Ihre Meinung?

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar *


* Pflichtfelder