Freitag, 01. Dezember 2017, 14:56 Uhr

GroKo – eine Chance für die SPD

Die SPD sieht immer nur die Risiken einer Großen Koalition, nicht die Chancen. Deshalb wird es Zeit, sich einmal mit den Chancen eines neuen schwarz-roten Bündnisses zu beschäftigen.

Die jetzige Legislaturperiode ist die letzte von Angela Merkel. 2021 wird sie nicht mehr antreten. Und damit ändert sich alles im Wettbewerb der beiden großen Parteien.

2021 kann die CDU nur die spröde Annegret Kramp-Karrenbauer oder den hemmungslosen Karrieristen Jens Spahn anbieten. Mehr gibt ihr unter Merkel ausgezehrtes personelles Reservoir nicht mehr her. Die CDU wird nach weiteren vier Jahren Merkel auch inhaltlich noch ausgezehrter sein als heute. Und mit Spahn wäre ein Rechtsruck der CDU verbunden.

Für die SPD ergeben sich daraus großen Chancen. Die Sozialdemokratisierung der CDU wäre zu Ende, in der Mitte würde wieder Platz für die SPD frei. Und sie hätte auch personell mehr anzubieten. Von Olaf Scholz über Andrea Nahles bis zu Manuela Schwesig – und vielleicht sogar Stephan Weil aus Niedersachsen. Die Zeit von Martin Schulz ist dann ohnehin vorbei.

Wenn die SPD bis dahin in einer Großen Koalition erfolgreich regiert, wenn die SPD für sie wesentliche Inhalte durchsetzen kann, wenn sie Flügelkämpfe vermeidet, wenn sich weitere SPD-Politiker bis dahin profilieren, wenn die SPD auch Kompetenz für Wirtschaft und innere Sicherheit erwirbt, dann hat sie wieder eine Chance – zumindest eine deutlich bessere als am 24. September dieses Jahres.

Die SPD muss die Chancen, die für sie in einer neuen GroKo liegen nur erkennen und ergreifen.

Dieser Beitrag erschien heute im Rahmen meiner Kolumne im „Berliner Kurier“.

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