Freitag, 31. Januar 2020, 17:35 Uhr

Gauland ächten!

Warum behandeln viele Menschen Alexander Gauland noch immer wie einen bürgerlichen Ehrenmann? Warum wird der AfD-Fraktionschef von anständigen Menschen gegrüßt, mit ihm geredet, warum bitten ihn noch immer Medien zu Interviews oder laden ihn in Talkshows ein?

Diese Fragen stellen  sich erneut unter dem Eindruck des weltweiten Gedenkens an den Holocaust, an die monströsen Verbrechen der Nazis, an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Denn für Gauland ist Zeit der Nazi-Herrschaft nur ein “Vogelschiss” in “tausend Jahren stolzer deutscher Geschichte”. Ausgerechnet auch noch “tausend Jahre”.

Diese unglaubliche Äußerung hätte schon längst dazu führen müssen, dass ein solcher Mann geächtet wird. Gauland sitzt aber nach vor respektiert in der ersten Reihe des Bundestages. Er ist damit die öffentliche und tägliche Personifizierung der Fehlentwicklungen der jüngsten deutschen Geschichte. Eine Geschichte der Wiederkehr völkischen Denkens, der Verharmlosung der Nazi-Verbrechen, des Rassenhasses.

Gauland bezeichnete zudem einen Rechtsradikalen wie den AfD-Mann Björn Höcke als Mann der Mitte – einen Mann, der das Holocaust-Mahnmal als “Denkmal der Schande” bezeichnete und ein Ende des “Schuldkultes” sowie ein “erinnerungspolitische Wende um 180 Grad” gefordert hatte.

Deshalb mahnen die Tage des Gedenkens uns heute: Solange Politiker wie Gauland nicht öffentlich geächtet werden, solange darf sich keiner wundern, dass der Ungeist wieder aus der braunen Flasche kommt,

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