Sonntag, 23. Februar 2020, 18:53 Uhr

Der Sieg der alten SPD

Gewonnen hat in Hamburg die alte SPD. Die von Helmut Schmidt, Klaus von Dohnanyi, Henning Voscherau, Olaf Scholz und von Peter Tschentscher. Nicht die von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Die waren auch gar nicht zum Wahlkampf eingeladen.

Gewonnen hat eine weltoffene, liberale, wirtschaftsfreundliche SPD, die sozial in der Tat ist – zum Beispiel im Wohnungsbau. Gewonnen hat eine glaubwürdige, vertrauenswürdige Partei, nah bei den Bürgern. Es spielte all das eine Rolle, was die Wähler in der Bundes-SPD nicht mehr finden.

Die vermeintliche SPD der Vergangenheit hat gezeigt, wie die SPD eine Zukunft haben könnte. Und welchen Fehler sie mit ihren neuen Spitzenleuten gemacht hat. Was werden Esken und Walter-Borjans daraus lernen?  Voraussichtlich nichts. Die SPD wird weiter auseinanderdriften und sich weiter wundern, warum sie in Hamburg, in Rheinland-Pfalz, in Brandenburg so viel erfolgreicher ist als auf Bundesebene.

Zum Hamburger Erfolg der SPD gehört aber auch eine lokal ausgezehrte und bundespolitisch selbstzerstörerische CDU. Und Thüringen hat seine Schatten bis Hamburg geworfen.

Und was ist mit den Grünen, die ganz hervorragend, aber doch mit weitem Abstand nicht als Nummer eins abgeschnitten haben. Der grüne Übermut war einer Reihe von Wählern doch zu groß. Grüne stärker als die SPD? Das lassen die Hamburger Wähler nicht zu. Sie vertrauen lieber ihrer hanseatischen Traditionspartei.

Die FDP muss noch lange zittern, ob sie überhaupt wieder in die Bürgerschaft einzieht. Dafür kann sie sich bei Thomas Kemmerich, Christian Lindner und Wolfgang Kubicki bedanken. Die Hamburger FDP konnte sich im Gegensatz zur SPD nicht vom Bundestrend abkoppeln. In Hamburg begann der Wiederaufstieg der FDP, in Hamburg könnte wieder der Abstieg beginnen.

Es ist eine Schande, dass dagegen die AfD laut ARD wieder in die Bürgerschaft einziehen könnte. Eine Partei, mit der die demokratische, liberale FDP trotz Thüringen nichts gemein hat. Wenn der Anschlag von Hanau nicht dazu führt, dass die AfD aus dem Parlament verschwindet, was muss dann noch passieren? Die AfD ist der geistige Brandstifter des Massenmörders. Auch des nächsten rassistischen Täters.

Diesen Kommentar habe ich im Laufe des Abends aufgrund der neuesten Hochrechnungen geändert.

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