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Wem Beck hilft, der ist verloren

Dass Kurt Beck kein Meister politischer Klugheit ist, das ist eine Binsenweisheit. Aber muss er das immer wieder aufs Neue beweisen? Sein Lob für den jobgefährdeten ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender und seine Angriffe auf Angela Merkel in diesem Zusammenhang sind das Dümmste, was dem ZDF-Mann passieren konnte. Denn damit ist die Auseinandersetzung um die Zukunft Brenders endgültig dort angekommen, wohin sie auf keinen Fall gehört – im Parteienstreit des Superwahljahres.

Beck hat Brender mehr geschadet als Roland Koch, der den ZDF-Mann unter verlogenen Vorwänden ablösen will. Wenn Beck ein kluger Politiker wäre, dann hätte er die Auseinandersetzung mit Koch der kritischen Medienöffentlichkeit überlassen, die sich in diesem Fall vorbildlich engagiert. Gegen diese Öffentlichkeit hätte Koch verloren. Wenn aber die SPD den Fall Brender zu ihrem macht, dann hat Koch schon halb gewonnen. Dann kommt am Ende als sogenannter Kompromiss heraus, Brender gegen einen anderen angeblich SPD-nahen Journalisten auszutauschen. Damit hätten dann  – nach ihrer Logik – beide Parteien gesiegt. 

Sowohl Kochs Kritik an Brender als auch Becks Votum für Brender beweisen nur eines: dass der unselige Anachronismus aus den 70er Jahren, die öffentlich-rechtlichen Anstalten zur Beute der Parteien und zur Versorgungsanstalt parteinaher Journalisten zu machen, immer noch nicht besiegt ist. Es wird Zeit, dass sich ZDF-Intendant Schächter dazu eindeutig erklärt.