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Dienstag, 05. Januar 2016, 18:29 Uhr

Köln und das Versagen der Medien

Nach dem empörenden Vorfällen in der Silvesternacht in Köln gibt es – neben dem Mitleid mit den betroffenen Frauen – viele Fragen. Die wichtigsten richten sich an die Polizei:

Wieso konnte sie die Frauen nicht besser schützen?

Warum hat sie erst nichts von den Übergriffen mitbekommen und dann bei der Verfolgung und Aufklärung versagt?

Wieso kam es am Tag danach zu der polizeilichen Desinformation, die Silvesternacht in Köln sei weitgehend friedlich verlaufen?

Wieso gab es – wenn das Problem nordafrikanischer Bandenkriminalität polizeibekannt war – in Köln nicht schon längst eine Sonderkommission zur gezielten Verfolgung dieser Straftaten?

Die Fragen, die mich aber genauso beschäftigen, sind die Fragen nach dem Versagen der Medien:

Wieso dauerte es vier Tage, bis die Vorfälle in den nationalen Medien auftauchten ?

Und wieso sind sie nicht wenigstens dann aufgewacht, als der Kölner “Express” darüber berichtete?

Wo sind die Reporter, die etwas über solche öffentlichen Ereignisse zeitnah erfahren und sie sofort recherchieren?

Wo sind die Chefredakteure, die die Brisanz erkennen und ihre Reporter unter Druck setzen, mehr Informationen zu beschaffen?

Gibt es eine Schere im Kopf der Journalisten, wenn es sich um “arabisch aussehende, nordafrikanische Männer” handelt?

Wieso berichtet eine Zeitung wie BILD seitenweise über die irrealen Gewaltfilme von Till Schweiger, über die reale Gewalt vor dem Kölner Hauptbahnhof aber nur mit einer im Inneren des Blattes versteckten Meldung statt mindestens auf zwei Sonderseiten?

Was ist das für ein Journalismus, der nicht mehr mitbekommt, was öffentlich in einer deutschen Großstadt passiert?

Schämen sich die öffentlich-rechtlichen Medien nicht, wenn sie jetzt mit viertägiger Verspätung in Sondersendungen über ungeheuerliche Vorfälle in Deutschland berichten, was ihnen bei Ereignissen im Ausland am selben Tag gelingt?

Die Berichterstattung über die Ereignisse in Köln ist für die deutschen Medien ein Armutszeugnis. Und was mich am meisten ärgert: Es ist Wasser auf die Mühlen aller rechten Hetzer, die sich in ihren Angriffen auf die “Lügenpresse” bestätigt sehen.

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Donnerstag, 24. Dezember 2015, 08:49 Uhr

Weihnachtsgeschenke für Politiker

Weihnachten – Zeit der Bescherung. Auch für Politiker. Ein paar Geschenkvorschläge:

Für Angela Merkel einen Klappstuhl, damit sie sich künftig auf CSU-Parteitagen auf der Bühne setzen kann.

Für Horst Seehofer ein Buch: “Gutes Benehmen für Anfänger. Wie werde ich ein höflicher Mensch?”.

Für Thomas de Maiziere eine Versicherung gegen allgemeine Verunsicherung.

Für Sigmar Gabriel einen Kompass, damit er künftig mit dem SPD-Schiff keinen Schlingerkurs mehr fährt.

Für Verkehrsminister Alexander Dobrindt einen Holzhammer, damit er sich die Maut endgültig aus dem Kopf schlagen kann.

Für Wolfgang Schäuble die Wartenummer 1, falls Angela Merkel mit ihrer Flüchtlimgspolitik als Kanzlerin scheitert.

Für Arbeitsministerin Andrea Nahles ein gut gepolstertes Sitzkissen, damit sie bequem auf die Kanzlerkandidatur 2021 warten kann.

Für Ursula von der Leyen ein Gewehr, das geradeaus schießt, und einen Hubschrauber, der fliegt.

Für den Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja ein gebrauchtes Fahrrad mit eingebautem Rücktritt.

Für Markus Söder eine Packung Beruhigungsmittel, damit er seinen Ehrgeiz, bayerischer Ministerpräsident zu werden, noch eine Weile zügeln kann.

Für AfD-Rechtsaußen Björn Höcke eine zweiwöchige Reise nach Aleppo, damit der Lehrer hautnah etwas über Flucht und Vertreibung lernen kann. Er darf Alexander Gauland und Pergida-Chef Lutz Bachmann mitnehmen.

Und für alle Abgeordneten einen dicken Rotstift, damit sie sparen und nicht auf die Idee kommen, Steuern zu erhöhen oder den Soli doch nicht abzuschaffen.

Frohe Weihnachten.

Dieser Text erschien heute im Rahmen meiner Kolumne im “Berliner Kurier”.


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