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Samstag, 15. März 2014, 12:18 Uhr

Putins letzte Verbündeten

Die entlarvendste Meldung des Tages steht heute versteckt auf Seite 2 der FAZ. Unter der Überschrift “Die Sache mit dem Vakuum – Neue Achse Putin – FPÖ”  berichtet die Zeitung über die Einladung einer von Wladimir Putin kontrollierten Organisation an europäische rechtsradikale Parteien, das Referendum auf der Krim zu beobachten.

Derselbe Putin, der behauptet, er müsse die Russen auf der Krim vor den Faschisten in Kiew schützen, sucht seine letzten Verbündeten ausgerechnet bei den Rechtsradikalen. Sie sollen dem Referendum demokratische Legitimation verleihen, während die tatsächlich unabhängigen Beobachter der OSZE mit Schüssen verjagt wurden.

Einlader ist die angebliche NGO “Eurasien Observatory for Democrazy and Election (EODE)”, wie österreichische Blätter berichten.  Zugesagt haben zwei Abgeordnete der FPÖ, die französischen Rechtsradikalen der “Front National” überlegen noch.

Dafür hat der österreichische FPÖ-Mann Johannes Hübner schon vor Abreise bewiesen, dass ihm Putin vertrauen kann. Er sagte, das politische Vakuum auf dem Krim müsse beendet werden. Dazu müsse “zuerst der Wunsch der Bevölkerung gehört werden”. Man könne doch nicht glauben, die Abstimmung laufe nach der Devise ab:”Nur weil die Russen da sind, wähle ich die Russen”.

Hübner und sein Kollege Johannes Gudenus war übrigens auch schon Gäste des tschetschenischen Schlächters Ramsan Kadyrow, ein Machthaber von Putins Gnaden.

Wie schrieb der französische Schriftsteller Jean de la Bruyère (1645 bis 1676)?  “Les extremes se touchent”. Die äußersten Extreme berühren sich.

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Donnerstag, 13. März 2014, 16:58 Uhr

Anklagebank Ehrenloge

Das Urteil gegen Uli Heoneß ist gerecht, es wahrt den Rechtsfrieden in Deutschland. Es gibt keinen Promi-Bonus. Vor dem Gesetz sind doch alle gleich. Das ist die wichtigste Botschaft des Urteils. Steuerhinterziehung ist keine Sünde, sondern eine schwere Straftat. Das weiß jetzt endgültig jeder.

Auch für Hoeneß, der in Revision gehen will, ist es erträglich. Von den dreieinhalb Jahren muss er, falls das Urteil vom Bundesgerichtshof bestätigt wird,  wahrscheinlich nur die Hälfte absitzen – und das möglicherweise als Tages-Freigänger, der nur nachts ins Gefängnis muss.

Bei der gigantischen Summe, die Hoeneß hinterzogen hat, hätte es auch schlimmer kommen können. Insofern hat er noch Glück gehabt.

Das Urteil ist eine schallende Ohrfeige für alle, die in falscher Solidariät zu einem Steuerstraftäter hielten und für diejenigen, die ihn als Opfer einer medialen Hetzjagd sahen. Den Fans allerdings kann keiner einen Vorwurf machen. Sie leben in einer anderen Welt. Für sie zählt nur der bewunderte Erfolgsmensch Hoeneß, der den FC Bayern in ungeahnte Höhen geführt hat.

Eine besonders schallende Ohrfeige ist das Urteil für die Bosse von Adidas, VW, Telekom und Audi, die unter Hoeneß im Aufsichtsrat der FC Bayern AG sitzen. Und über die Hoeneß offenbar bis heute Macht hat.

Sie verstießen seit mehr als einem Jahr gegen alle Ethik-Regeln, die in ihren Unternehmen gelten. Ihr Verhalten offenbart eine klassische Doppelmoral. Was in ihren Unternehmen gilt, galt nicht für den Freund des von ihnen mit Millionen gesponserten Fußballvereins.

Jetzt haben sie  keine Win-Win-Situation mehr, sondern eine Lose-Lose-Situation. Ihr Verhalten wurde moralisch mit verurteilt. Die Ehrenloge ist künftig ihre Anklagebank. Für Hoeneß kann es jetzt nur eine Konsequenz geben: er muss als Aufsichtsratsvorsitzender der AG und als Präsident des Vereins zurücktreten.


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